Durchgefallen im Drittversuch – Das kannst du tun!

Durchgefallen – und das im Drittversuch. Studium vorbei, Zeit verschwendet, keine Aussicht auf deinen Traumjob mehr.
Mit dem nichtbestehen einer Prüfung im Drittversuch bricht für die meisten Studenten zunächst eine Welt zusammen. Aber wie geht es weiter, nachdem der erste Schock verdaut ist?

Mögliche Folgen

Wenn du die Prüfung eines Moduls auch im letzten Versuch nicht bestanden hast, wirst du in der Regel exmatrikuliert – Dein Studium wird vorzeitig beendet, da du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen wirst. Außerdem darfst du das betreffende Fach weder an deiner, noch an einer anderen Uni in Deutschland, noch einmal belegen. Ziemlich hart. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, sich die Sachlage genau anzusehen.

Was du tun kannst – Prüfungsordnung und Regularien

Als erstes sollte dein Blick in die Prüfungsordnung gehen. Dort wird festgehalten, wie viele Versuche dir für das jeweilige Modul zur Verfügung stehen. In der Regel sind dies zwei oder drei Versuche. Vielleicht hast du also noch eine Chance?

Außerdem solltest du dir das Modul einmal genau ansehen. Handelt es sich eventuell um ein Wahlfach? Dann hast du die Möglichkeit ein anderes Wahlfach innerhalb des Moduls zu wählen! Das Modul endgültig nicht bestanden hast du erst, wenn du keines der Wahlfächer innerhalb der möglichen Versuche bestehen konntest.

Rechtliche Möglichkeiten

Sollte das Modul definitiv nicht bestanden sein hast du verschiedene Möglichkeiten, das Prüfungsergebnis nachträglich anzufechten. Aber Achtung: Das ist nur möglich, wenn du selbst definitiv nicht der Grund für dein Nichtbestehen warst. Überlege dir also gut, warum du die Prüfung nicht bestanden hast. Wenn du selbst nichts dafür kannst hast du die folgenden Optionen:

1. Widerspruch einlegen

Du kannst innerhalb eines Monats nach Ergebnisveröffentlichung Widerspruch gegen das Prüfungsergebnis einlegen. Dies kann erfolgreich sein, wenn ein Verfahrensfehler vorlag. Das kann unzulässiger Prüfungsstoff oder regelwidrige Prüfungsvarianten sein. Was hier zulässig ist, erfährst du in der Prüfungsordnung. Außerdem gilt auch z.B. eine schlechte Kopie mit unleserlichen Aufgaben oder wenn du weniger Zeit als angegeben bekommen hast, als Verfahrensfehler. Widerspruch kannst du auch bei Korrekturfehlern einlegen. Gehe also in jedem Fall zur Klausureinsicht. Mit etwas Glück findest du einen Korrekturfehler und kannst mit dem Widerspruch deine Note ausreichend gut verbessern!

2. Härtefallantrag

Im Härtefall kannst du eine Prüfung wiederholen. Für einen Härtefallantrag musst du einen guten Grund haben. Vermutlich findest du mögliche Gründe in deiner Prüfungsordnung. Solltest du dich zum Zeitpunkt der Prüfung in einer Härtefallsituation befunden haben, z.B. eine körperliche oder emotionale Ausnahmesituation, stelle den Antrag. Oft hilft auch das Hinzuziehen eines Anwalts um einen positiven Härtefallantrag zu verfassen. Beachte aber: Durch einen akzeptierten Härtefallantrag, hast du die Prüfung nicht automatisch bestanden, sondern bekommst die Chance die Prüfung zu wiederholen. Wäge also ab, ob du nach dem Antrag überhaupt in der Lage wärst, die Prüfung zu bestehen.

3. Klage

Wenn dein Widerspruch erfolglos geblieben ist, du dich aber trotzdem im Recht fühlst, hilft nur noch eine Klage. Setze dich vorher unbedingt noch einmal genau mit der Prüfungsordnung auseinander und besprich dein Vorhaben mit einem Anwalt. Dieser kann die Situation meist objektiv einschätzen und dir deine Chancen für den Ausgang des Verfahrens nennen.

Dich neu orientieren

Sollten rechtliche Möglichkeiten nicht in Frage kommen, bleibt dir als erster Schritt nur noch die Akzeptanz. Es sollte wohl einfach nicht sein. Vielleicht ist das Prinzip Studium einfach nichts für dich? Oder eine andere Fachrichtung liegt dir eher?

Überlege dir, ob ein Fachwechsel in Frage kommt. Welche Fächer und Bereiche während deines Studium haben dir gelegen, welche nicht? Gibt es vielleicht einen Studiengang, der noch besser zu dir passt? Du hast jetzt schon einen Einblick in das Unileben, Fachinhalte und Studiengänge bekommen. Du kennst dich mittlerweile besser als vor dem ersten Semester. So hat dir dein nicht erfolgreiches Studium zumindest Erkenntnisse über dich selbst du deine Zukunftsträume gebracht. Wähle einen Studiengang, der dir besser liegt. Im Idealfall kannst du dir bei einem Fachwechsel sogar bereits bestandene Module anrechnen lassen. Du musst nur darauf achten, dass du das nicht bestandene Modul auch in einem anderen Studiengang nicht mehr belegen darfst.

Wenn du weiterhin an deinem Traumberuf festhalten willst und einfach mit dem System der Uni nicht klar kommst, informiere dich über andere Karrierewege in diesem Bereich. Oft kannst du auch eine Ausbildung machen und im Anschluss die Karriereleiter durch Fortbildungen, Berufserfahrung und andere Qualifikationen hinaufklettern. Probiere den praktischen Weg!

Lasse in keinem Fall direkt den Kopf hängen. Wäge deine Möglichkeiten ab und informiere dich. Du gehst deinen Weg! Und auch auf kleinen Umwegen können sich die besten Möglichkeiten neu ergeben!

am 3. Mai 2019 von

studygood Magazin

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